Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Christian Brack; Foto: Toni Müller

Um die Organisation der VHM-Vorträge einfacher und kostengünstiger zu gestalten hat sich unsere Schatzmeisterin Gisela Brack umgesehen und einen perfekten Vortragsort in Germering gefunden.

Der neue aktuelle Vortragsort befindet sich nur etwa 7 Minuten Gehzeit vom S-Bahnhof Germering entfernt im Keller der evangelischen Jesus-Christus-Kirche in der Germeringer Hartstraße 6-8.

Der erste Vortrag dieses Winterhalbjahres war am 25.Oktober 2017 mit dem Thema "Der kleinen Hufeisennase auf der Spur". Die Vortragende war Dipl.-Biol. Andrea Hildenbrand aus Weßling, Expertin für Fledermäuse. (Foto links)

Am 22.11.2017 zeigte Dolfi Triller mit dem Thema "Meine ersten Jahre im VHM" mit packenden Bildern mit welch einfachen Mitteln damals geforscht wurde - mit Hanfseilen, abseilen im "Dülfer", aufsteigen mit "Prusik" - abenteuerlich aus heutiger Sicht! Aber es funktionierte und es wurde damals viel Neuland entdeckt.

Wir können diese Räumlichkeiten auch für Fachbeiratstreffen und auch für Mitgiederversammlungen nutzen (letztere, da nicht an einem Mittwoch, sondern freitags, sogar im großen Saal im Erdgeschoß). Wir haben also trotz Verlusts unseres Vereinsheims in der Schleißheimer Straße einen guten Ersatz - zumindest für Vorträge und Sitzungen - gefunden.

An dieser Stelle hier ein großer Dank an die Kirchengemeinde der evangelischen Jesus-Christus- Kirche in Germering mit der Pfarrer-Familie Freiwald.



Toni Müller (beteiligt: Elisabeth Zahner und Johannes Paul (Dresden)) 

Am 30.10.2017 war Johannes bei uns zu Besuch. Wir wollten diese Gelegenheit möglichst für einen kleinen Rundflug zu unserem Arbeitsgebiet am Unsünnigen Winkl nützen. Soeben war das bäumereißende Sturmtief "Herwart" mit Getöse über das Land gebraust, mitsamt krassem Kälteeinbruch und Schneefällen bis in tiefere Lagen.

Eigentlich hatten wir seit Jahren exakt auf solche Verhältnisse auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs gewartet. Unser Ziel: Fotos im frisch gefallenen, mäßigen Neuschnee zu machen, um das vitale Anlaufen der "Bläser" im Plateau des Steinernen Meeres zu dokumentieren.

Das Problem war nur: Johannes mußte am nächsten Tag (Dienstag) unbedingt wieder zu einen Termin in Dresden sein. Also los.

Wir fahren bei 'real' blauem Himmel am Montag los in Richtung Zell am See (Ö) zum Sportflugplatz. Aber, offensichtlich fahren wir direkt schräg in die düsteren Ausläufer des schlechten Wetters mit Starkwind rein, je näher wir den Alpen kommen.

Vor Ort düstere, äußerst rasch ziehende Wolken. Die blauschwarze Unterseite flach, wie gehobelt. Verdammt böig!! Der Pilot wartet bereits auf uns, er meint, wegen der leichten Sportmaschine für Flugschulen bräuchten wir uns keine Sorgen machen. Es müßte gehen - umdrehen könnten wir immer noch.

Nur: Etwas ruppig würde es ganz sicher gewiss werden!! Wir sollten uns eng anschnallen! So starten wir bei rasch zunehmendem Wind unverzüglich, um ja keine Zeit zu verlieren.

Anflug mit Peilung zum Sommerstein und dem Riemannhaus (2177m SH). Die Wolkenuntergrenze schneidet den Sommerstein etwa mittig ab. Darunter lugt tatsächlich diese Berghütte raus. Der schmale, freie Schlitz reicht keinesfalls für den Einflug ins Plateau. Also fliegen wir knapp unter den Wolken entlang nach Westen. Vorbei an den mächtigen PORTALEN am Schindelkopf. Imposant!! Hier dahinter wurden von Aachener Höhlenforscher in mehreren Objekten insgesamt 52 km Höhlenerstreckung er- und angeforscht....

Die schroffen Felsen sind hier im westlichen Luv von Graupel / Schnee - mit Eiskrusten verkleidet, wie bei einer Ritterrüstung. Sieht arg 'arktisch' aus.

Die Diesbachscharte mit dem Ingolstädterhaus (2119m SH) kommt in Sicht. Tatsächlich ist sie soweit 'offen', daß wir es trotz teils harter Böen riskieren wollen. Höchst ruppiger Rückenwind im Einflug. Akustisch begleitet vom schrillem Überlast-ALARM, den die schwingenden Tragflächen melden.

Bis hierher war ich bereits mindestens 4x mit dem Kopf ans Kabinendach (trotz Gurt) g e k n a l l t ! Aber, wir sind im westlichen Plateau. Bald überqueren wir das Rotwandl, wo Martin Sattler aus den Stuttgarter Ecke zusammen mit seiner Forschergruppe gut 18km Höhlenverlauf vermessen und dokumentiert hat.... Weiter!

Vor uns die Niederbrunnsulzen (2375m SH) ist absolut 'dicht'! Es ist kein Überflug nach Osten möglich. Den verhüllten Funtenseetauern in Norden zu umfliegen erscheint sinnlos. Dahinter im Staubereich der Luftströme ist sicher mit einer handfesten "Waschküche" zu rechnen. Aus - nichts zu machen!

Der seehr 'einvernehmliche' Entschluß zur Umkehr fällt gar nicht schwer! Wir drehen wieder über die Diesbachscharte ab und fliegen hinaus über die dunkelgrünen Täler des Pinzgauer Tales. Unser 'eigentliches' ZIEL, nämlich unser konkretes Arbeitsfeld beim >Unsünnigen Winkl< hatten wir (...wieder mal) nicht erreicht.

Macht nix! Trotzdem sind wir saugut drauf, als wir bei fantastischen Wolkenbildern mit einzelnen, sonnigen Lichtfingern den Landeanflug beginnen. Böige Landung. Das war's!

Noch was: Elisabeth hatte inmitten der starken Turbulenzen ihre Bandscheiben (leichtes Hohlkreuz) für einige Momente zu sehr belastet. Sie liegt folglich drei Tage völlig flach... Das verliert sich inzwischen zunehmend.

Doch: Uns allen bleibt die eindringliche Erinnerung an den Sturmflug - und beeindruckende Fotos von denen leider auch etliche verwackelt sind....